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Kanusport in Cottbus
geschichte

Geschichte des Cottbuser Kanusports

>> Bilder (zur Verfügung gestellt von Christa und Franz Bösler)

Der organisierte Kanusport existiert seit 1921 in Cottbus.

Am 11. Dezember 1921 wurde der Kanu-Verein Cottbus gegründet. Vorstand war Heinz Tinius, wohnhaft Berliner Platz 1, Schriftführer Ernst Schneider. Es gab 22 Ausübende, 11 Unterstützende, 5 Auswärtige. Der Bootspark umfasste 13 Wanderkajaks, 7 Faltboote. Als Vereinslokal ist das Kaffee Tinius am Berliner Platz 1 benannt. Das Bootshaus befand sich 200m unterhalb der Jägerbrücke mit einem Bootssteg mit Schild gekennzeichnet. Die erste Kanuregatta wurde 1924 in Cottbus abgehalten. Am 09. Mai 1926 erfolgte die Einweihung des Bootshauses mit einer Faltboothindernisfahrt zwischen Spremberg und Cottbus.

Am 24.06.1922 war der Gründungstag der Abteilung Kanu im Ruderclub Cottbus. Vorstand war Günter Babel aus Cottbus, wohnhaft in der Promenade 9. Die Mitgliederzahl wird gemäß Jahrbuch des Deutschen Kanu – Verbandes aus dem Jahr 1924 mit 22 Ausübende angegeben. Es existierten 17 Wander-Kajaks, 6 Kanadierboote und 4 Faltboote. Von diesen Booten gehörten 23 den Mitgliedern und 4 dem Verein. Das Bootshaus bestand gemeinsam mit den Ruderern an der Markgrafenmühle. Es bot auch Platz für 4-6 Gastboote. Jeden ersten Mittwoch im Monat traf man sich im Vereinslokal Hotel Weißes Roß.

In den folgenden Jahren gründeten sich weitere Kanuvereine in Cottbus:

Kanu-Verein Cottbus e.V. 1924 (KVC) Vorsitzender Herr Reinsberg
Bootshaus am Stadion der Freundschaft
Wassersportabteilung im TV 1861 gegründet 1932
Bootshaus Ludwig-Leichhardt-Allee
Verein Cottbuser Faltbootfahrer (V.CFF) Vorsitzender Dr. med. Dannehl
Bootshaus am Stadion der Stadt Cottbus
Wassersportfreunde der Eisenbahner Cottbus e.V. gegründet 1927
Bootsunterkunft in der Stromstraße
Arbeiter Turnverein 1893 (ATV)
Wassersportabteilung
Wurde mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten aufgelöst


Insgesamt nahm der Faltbootsport einen rasanten Aufschwung, da man mit der Bahn viele Ziele erreichen konnte.

Im Stadtarchiv konnte man aus Zeitungsanzeigen der 20er und 30er Jahren entnehmen, dass auch bei den Kanuten neben den sportlichen Aktivitäten das gesellige Leben nicht zu kurz kam.

An der Kutzeburger Mühle bei Cottbus bestand ein Zeltplatz. Hier trafen sich an den Wochenenden die Paddler aus den Cottbuser Vereinen. An Feiertagen kamen Kanuten aus anderen Vereinen der Lausitz mit zu diesem Treff.

Durch die Einflüsse des Krieges wurden Vereine aufgelöst und Bootshäuser zerstört, bzw. das Baumaterial zum Aufbau neuer Bootshäuser verwendet.

Durch die Folgen des II. Weltkrieges fanden sich erst 1947 einige Wassersportler wieder zusammen. Als Initiator ist hier Willy Müller zu nennen, der im Frühjahr 1947 die wenigen alten und jungen Wassersportler in Cottbus zusammennahm, um in Cottbus eine kommunale Wassesportgemeinschaft zu gründen. Aus ihr ging im Dezember 1948 die Sparte Kanu hervor, die 53 Mitglieder zu verzeichnen hatte. Da in Cottbus kein Boothaus mehr vorhanden war, verlagerten sich die sportlichen Aktivitäten nach Goyatz an den Schwielochsee. Es wurde das Bootshaus genutzt, das jetzt der Seglergemeinschaft Schwielochsee gehört.

Mit der Gründung des deutschen Sportausschusses zum 01.10.1948 erfolgte die Auflösung der kommunalen Abteilung Kanu und per Beschluss der Mitgliederversammlung die Angliederung an Sportgemeinschaft Textil Cottbus-Ost. Durch die Gründung der Volkseigenen Betriebe mit ihren Betriebssportgemeinschaften wurde die materielle Basis des Sports erheblich verbessert. Das Bootshaus am Schwielochsee wurde jetzt von Kanusportlern und Ruderern gemeinsam genutzt. Wegen der mangelnden Unterstützung durch die SG Textil wechselten die Kanusportler zur neuen BSG Einheit Cottbus. Die Sektion Kanu erhielt vom Rat der Stadt Cottbus an der Markgrafenmühle einen Bootsschuppen und im April 1951 zwei Slalomboote und sechs DS Boote. Am 27.05.1951 fand am Hammergraben der 1. Cottbuser Kanuslalomwettkampf mit 64 Teilnehmern und über 200 Zuschauern statt.

Im November 1951 stellte der Rat der Stadt Cottbus den Kanusportlern der BSG Einheit das Gelände an der Markgrafenmühle zur Verfügung.

In den weiteren Jahren existierten in Cottbus noch die Betriebssportgemeinschaften Medizin Cottbus, Motor Cottbus und der Armeesportverein Vorwärts Cottbus. Aus der BSG Motor Cottbus entstand der spätere MC Schwielochsee. Im Jahr 1953 wurde die SG Dynamo Cottbus-Ost gegründet.

Am 20.02.1948 fand der große Maskenball der Kanusportler in den Stadtsälen mit 2 Kapellen und mit 470 Gästen statt. Obwohl der finanzielle Gewinn unbedeutend war, zeugt diese Veranstaltung von dem guten Zusammengehörigkeitsgefühl der Kanusportler.

Mit dem Aufbau einer Betriebssportgemeinschaft im Reichsbahnausbesserungswerk Cottbus wechselten einige Mitglieder in die neue Sektion Kanu der BSG Lok Raw Cottbus.

Als am 06. November 1951 im Kulturhaus der Eisenbahner in Cottbus die Gründungsversammlung stattfand, waren 30 vom Wassersport begeisterte meist jugendliche Lehrlinge aus dem RAW Cottbus anwesend. Am Tage der Gründung wurde der Sportfeund Fritz Großkreutz vom RAW als Sektionsleiter von den anwesenden Sportfreunden gewählt. Er leitete die Sektion von November 1951 bis Mai 1953. Neben der Sektion Kanu gehörten noch die Sektion Handball, Kegeln und Hockey zu den ersten Sektionen der neuen Betriebssportgemeinschaft. In diesem Zusammenhang sind die Sportfreunde zu nennen, die in den 50er Jahren maßgeblichen Anteil beim Aufbau der Sektion Kanu hatten. Das sind die Sportfreunde Günter Hänsel, Helmut Kossatz, Dr. Hans Gußer, Franz Boesler und Alfred Paulick.
Sie haben mit ihrem Eifer und ihren sportlichen Erfolgen die Sportgeschichte dieser Kanusektion mitgeschrieben und zum Ansehen des Vereins maßgeblich beigetragen.

Durch die gute Unterstützung der Werkleitung und der Werktätigen des RAW Cottbus erhielt der Verein im Frühjahr 1952 die ersten fünf Rennboote vom Typ DS 50 sowie ein Faltboot F II. Als Unterstellmöglichkeit für die Boote diente eine zerfallene Kegelhalle in der Stromstraße – in Nähe der alten Badeanstalt. Die Kegelhalle wurde von den Mitgliedern und mit Unterstützung der Betriebsleitung vom RAW für die Unterstellung der Boote ausgebaut und diente gleichzeitig als Umkleideraum für die Sportler. 36 Mitglieder hatten sich am 07. April 1952 zum ersten Anpaddeln verpflichtet, den Kanusport wettkampfmäßig zu betreiben. So entwickelte sich von Jahr zu Jahr die Sektion zu einer leistungsmäßig starken Kanu-Rennsportabteilung im ehemaligen Bezirk Cottbus. Die Sektion wurde mitgliedermäßig immer größer und der Bootspark wuchs von Jahr zu Jahr, so dass der Bau eines Bootshauses dringend wurde. Durch die Unterstützung der Werkleitung des RAW, des ehemaligen DTSB-Kreisvorstandes Cottbus-Stadt und der SV Lokomotive bekam die Sektion die finanziellen Mittel zum Bau des Bootshauses. Im Sommer 1953 wurde mit dem Bau dieses Bootshauses im ehemaligen Schulgarten Ludwig-Leichhardt-Allee begonnen. Neben dem Training und den Wettkämpfen leisteten die Mitglieder der Sektion viele hundert freiwillige Arbeitsstunden, aber auch Kollegen vom RAW Cottbus halfen oder standen oft mit Rat und Tat zur Seite. Am 30. Mai 1954 konnte der damalige Sektionsleiter, Sportfreund Alfred Paulick (von 1953 – 1963), das neue Bootshaus seiner Bestimmung übergeben. Aus Anlass der Bootshausweihe fanden eine Regatta und ein Kanu-Polospiel statt. Im Laufe der Jahre entwickelte sich auch die Freundschaft zu den anderen Kanu-Sektionen des ehemaligen Bezirkes Cottbus sehr eng und herzlich, genannt seien hier die freundschaftlichen Beziehungen zu den Sportfreunden aus Spremberg, Peitz, Forst, Elster/Elbe und der ehemaligen SG Dynamo Cottbus-Ost.

So wie sich der Kanu-Rennsport entwickelte, wuchs Mitte der sechziger Jahre die Kanu-Touristik in der Sektion. Auch international unternahmen die Wasserwandrer Fahrten auf polnische, ungarische und tschechoslowakische Flüsse und Seen, die bei den Teilnehmern ein unvergessenes Erlebnis bleiben.

Mit dem Aufbau der Kinder- und Jugendarbeit in der Sektion wurde in den sechziger Jahren eine neue Etappe bei der Entwicklung des Kanu-Rennsportes eingeleitet. Die breite Entwicklung in den einzelnen Klassen machte sich auch auf den Regatten bemerkbar. Unter Leitung des Sektionsleiters Günter Hänsel (von 1963 – 1983) entwickelte sich die Sektion zu einer leistungsstarken und vorbildlich arbeitenden Kanusektion im DKSV. Der Mitgliederstand stieg in diesem Zeitraum auf 160 Sportfreunde. Auf Grund dieser guten Breitenarbeit über vierzig Jahre wurde die Sektion Kanu des ESV Lok RAW Cottbus vom DKSV 1983 und 1988 als „Vorbildliche Kanusektion des Deutschen Kanusport-Verbandes der DDR“ ausgezeichnet. Das Trainingszentrum Kanu Cottbus erhielt drei Mal den Titel „Vorbildliches Trainingszentrum im Bezirk Cottbus“. Für den Aufbau und die Entwicklung des Kanusportes nach 1945 in der Stadt Cottbus wurden die Sportfreunde Siegfried Sturtz und Alfred Paulick vom Deutschen Kanusportverband der DDR mit der höchsten Auszeichnung, dem goldenen Paddel, geehrt.

Als im Kanurennsport mit dem Aufbau der Kinder- und Jugendarbeit im Deutschen Kanu-Verband der DDR zum Anfang der sechziger Jahre begonnen wurde, war auch unsere Sektion eine der ersten im ehemaligen Bezirk Cottbus, die diesen Weg beschritten. Die Arbeit mit den Schülern war eine gesellschaftlich dankbare Aufgabe für unsere Übungsleiter. Auf Grund der guten Arbeit der o. g. Sportfreunde und der Übungsleiter konnte das Trainingszentrum Kanu Cottbus seit 1971 bis zum Jahre 1989 36 Schülerinnen und Schüler zum Sportclub nach Berlin-Grünau delegieren. Die Sportfreunde Holger Topp und Frank List schafften den Weg über den SC Berlin-Grünau in die Junioren-Nationalmannschaft der DDR und kamen dort erfolgreich zum Einsatz. Bei den seit 1982 stattfindenden BSG-Bestenermittlungen im Kanu-Rennsport konnte unsere Sektion in der Gesamtwertung von 1982 bis 1989 immer den 2. bis 5. Platz von 30 – 50 teilnehmenden Sektionen belegen. Im Jahre 1990 gelang es erstmalig von 18 teilnehmenden Vereinen den 1. Platz zu erkämpfen. Da es die letzte DDR-B-Meisterscchaft war, bleibt der Wanderpokal im Cottbuser Bootshaus.

Die größten sportlichen Erfolge bis 1990 waren der 3. Platz bei der DDR Meisterschaft 1962 durch Dieter Kadler, der Deutsche Meister-Titel durch Katrin Kulke 1982 und der Spartakiadesieg in der K IV Bezirksauswahl durch Annett Brauer 1985.

Als im Herbst 1989 in der DDR die gesellschaftspolitischen Veränderungen begannen, gab es auch für uns neue Anforderungen an die Organisation des Kanusportes. Die Kosten der Bootshauserhaltung, die Finanzierung der hauptamtlichen Trainer, die Transportfragen zu den Regatten und vieles andere mehr erforderten ein noch höheres Engagement der Vereinsmitglieder. Mit der Bildung der Länder und des Landes-Kanu-Verbandes gab es aber auch neue Möglichkeiten, den Kanusport auszuweiten und die materiellen Voraussetzungen zu verbessern. Dank einer engagierten Tätigkeit der Trainer Peter Schenker und Andreas Schulze sowie des Bootsbauers/ Trainers Ralf Rubienzik haben sich ab den 1990-iger Jahren die Erfolge unserer Kanurennsportler fortgesetzt.

Bei der ersten gesamtdeutschen Meisterschaft 1991 in Hamburg gelang den Kanurennsportlern der erste Paukenschlag mit dem Gewinn der Goldmedaille im Canadier Achter (C8) der Schüler. Mit den Erfahrungen im Nachwuchsleistungssport aus DDR-Zeiten, der Integration des Kanusportes an der Lausitzer Sportschule bis 1996 und der engagierten Arbeit der Trainer folgten die erfolgreichsten Jahre im Kanusport unserer 50-jährigen Geschichte. Allein 1992 gab es 5 Deutsche Meistertitel, eine Silber- und eine Bronzemedaille. In den 1990-iger Jahren erkämpften Sportler unseres Vereins 20 Titel Deutscher Meister im Kanurennsport. Darüber hinaus wurde Peter John 1995 Juniorenweltmeister und 1999 Dritter bei der Weltmeisterschaft im Canadier. Auf Grund der guten Leistungen zu Beginn der 90er Jahre wurden uns Fördermittel zum Bau des Bootshauses bewilligt. Nach den zahlreichen Arbeitsleistungen der Vereinsmitglieder wurde von November 1994 bis April 1995 der Bootshausanbau realisiert und am 24.04.1995 durch die Ministerin für Bildung, Jugend und Sport Frau Peter und dem Präsidenten des Landes-Kanu-Verbandes Herrn Glöckner eingeweiht.

Seit 2003 setzte sich die Erfolgserie der Schüler und Jugendlichen bei den nationalen und internationalen Wettkämpfen fort. Durch die engagierte Arbeit der Trainer wurden von 2003 bis 2007 15 Deutsche Meister-Titel errungen. Darüber hinaus wurden Debora Niche und Olivia Kasche Sieger bei den Olympic Hopes Games 2006 und Debora Niche Zweite bei der Junioren-Weltmeisterschaft im Kajak Zweier (K II) im Jahr 2007.

Zum Landesstützpunkt/ Sportschule nach Potsdam wurden seit 1993 insgesamt 11 Sportlerinnen und Sportler delegiert. Darüber hinaus gingen 4 Sportler nach Berlin und 2 nach Leipzig.

Im Jahr 2007 erreichten die Seniorensportler Andreas Schulze und Edward Wyrowinski einen Sieg bei den European Masters.

Seit 2008 trainieren im Cottbuser Bootshaus auch zahlreiche Nationalmannschaftsmitglieder des Deutschen Kanu-Verbandes und des Deutschen Ruder-Verbandes. Darunter Weltmeister und Medaillengewinner der Olympischen Spiele, die ihre Ausbildung bei der Bundespolizei in Cottbus absolvieren.

Ende 1990 kam es durch eine Initiative des ehemaligen BFA-Vorsitzenden, Siegfried Sturtz, zum Kauf von Polobooten. So fanden sich 1990 schließlich sehr rasch 15 Interessenten. Sie fuhren am 30. 12. 1990 zum sogenannten Kennenlerntraining nach Berlin, wo andere Vereine ihnen die Grundlagen dieses Sports zeigten. In den darauf folgenden drei Jahren ging es steil bergauf. Als Sieger der aktuellen Leistungsklasse steigen sie in die jeweils höhere auf und erreichten schließlich 1995 die Bundesliga – Ein Traum wurde wahr!

Gerd Brauer, 2008 dann Frank Schulze, wurden zu Kanupolo-Fachwarten gewählt.

Um auch die Zukunft abzusichern, gründete sich unter Leitung von Michael Gußer eine Schülermannschaft, die leider wieder zerfiel. Auch eine Damen-Mannschaft gab es zum Anfang.

Seit der Qualifikation in die Bundesliga ging es für die Männermannschaft des ESV Lok RAW Cottbus weiter voran. Im Jahre 1997 spielten sich die Polos unter die besten fünf Teams Deutschlands und fanden somit Anschluss an die Spitze. Das Ziel hieß nun Kampf um den Titel Deutscher Meister. Unter Führung des Trainers Andreas Dörfer gelang im Jahre 1998 das Unglaubliche in München, die Mannschaft wurde mit Henrick Brezke, Ralf und Jan Hädicke, Michael Gußer, Thomas Krokor, Jens Schlitzer und Daniel Globig Deutscher Meister. In den 3 Folgejahren stand die Mannschaft, wenn auch in anderer Besetzung, immer auf dem Siegerpodest. Ein weiterer Höhepunkt waren die internationalen Ergebnisse im Rahmen der Nationalmannschaft Kanu-Polo. Die Bronzemedaille zur WM in Brasilien 2000 durch die Gebrüder Hädicke, Jens Schlitzer und Daniel Globig waren die bisherigen Höhepunkte in der jungen Polo-Geschichte. Dazu kommt noch der Europameistertitel 2001 durch Daniel Globig mit der Nationalmannschaft in Polen. Seit 1995 spielt die Kanupolo Mannschaft in der ersten Bundesliga. In den letzten Jahren mit Verstärkung aus der Schwedter Mannschaft.

Mit der Sanierung des Strombades als Trainings- und Wettkampfstätte im Jahr 2008 stehen der Mannschaft jetzt sehr gute Bedingungen zur Verfügung.

Besonders nach der Wiedervereinigung Deutschlands im Jahre 1990 erlebt der Kanu-Tourismus neue Höhepunkte. So sind ab 1990 von den Sportfreunden Fahrten durchgeführt worden, wovon sie vor Jahren nur träumen konnten. So war ein Fahrziel der Wanderfahrer und Wildwasserfreunde Süd-Frankreich, Schweden, Norwegen, Italien mit Venedig und das Kanuparadies Österreich neben den Fahrten auf einigen Flüssen der Alt-Bundesländer Deutschlands. Seit der Wiedervereinigung bestehen bereits enge Freundschaften mit den Sportkameraden des Saarbrücker Kanu-Clubs und aus Rodingen, um nur einige zu nennen.

Unter der Leitung des Wasserwanderwartes Rolf Sturtz ist heute noch immer die Internationale ICF Spreewaldfahrt, neben der Saure Gurkenfahrt, der Sonnenwendfahrt, der Räucherfischfahrt, die mit über 150 Teilnehmern sehr gut nachgefragte und von den Cottbusern organisierte kanutouristische Hauptveranstaltung. Im Laufe der Jahre haben bereits die Sportfreunde Bernd Sturtz 20.000 km, Hans Schuft 15.000 km, Rolf Sturtz 18.000 km, Siegfried Sturtz 17.000 km, Christian Borchardt 16.000 km und mehr im Wanderboot zurück gelegt. Insgesamt sind bei den Wanderfahrern in den Fahrtenbüchern der Vereinsmitglieder 150.000 km nachgewiesen. Rolf Sturtz und seinen Helfern ist es auch zu verdanken, dass jährlich mehrere Hundert Paddler das Spreewaldabzeichen ablegen und über eine Wasserwanderkarte des Vereins die Kanutouristen den richtigen Weg zwischen den Fliessen finden. Für die kommenden Jahre besteht das Ziel, die Spree als Wasserwanderweg besser auszubauen

Im Jahr 2001 etablierte sich der Drachenbootssport als neue Sparte innerhalb der Sportabteilung Kanu des ESV Lok RAW Cottbus. Unter der Leitung des neu gewählten Drachenbootwartes Rainer Werner fanden seit 2001 Drachenbootwettkämpfe auf der Spree am Cottbuser Bootshaus statt. Darunter die Cottbuser Drachenbootregatta mit jährlich über 30 Mannschaften, die Nachtregatta mit 15 Mannschaften und der Schülerdrachenboot – Cup mit über 20 Mannschaften. So werden jährlich zu diesen Veranstaltungen, die aufgrund der selbstlosen Mithilfe der Vereinsmitglieder kostengünstig organisiert werden, über 1400 Wettkämpfer und über 3000 Zuschauer auf dem Bootshausgelände begrüßt. Vom Rundfunk Berlin Brandenburg, von der Lausitzer Rundschau und weiteren Sponsoren unterstützt, führt diese von Jedermann auszuführende Sportart zur massesportartigen Begeisterung am Wassersport.

Über den Drachenbootsport erfolgte die Bildung von bisher 2 Schulsportarbeitsgemeinschften und die Bereitstellung von 2 Drachenbooten. In Abstimmung mit dem Schulsportberater Hansjoachim Stellmacher können Schulklassen nach Anmeldung bei Manfred Müller das Bootshausgelände und die Drachenboote benutzen. In Folge der Drachenbootaktivitäten erfolgte die Gewinnung neuer Vereinsmitglieder und die Bildung einer vereinseigenen Drachenbootmannschaft, die auch an auswärtigen Regatten teilnimmt. Als bestes Wettkampfergebnis wurden bei den Deutschen Meisterschaften des Drachenbootsport-Verbandes in der Fun-Klasse der Deutsche Meister-Titel über 2000m im Jahr 2008 erreicht. Neben der Sportfreundschaft mit den polnischen Kanusportlern aus Malomice haben sich auch über den Drachenbootsport Kontakte zu den Paddlern aus Nova Sool entwickelt.

Wegen ihrer besonderen Verdienste um den Cottbuser Kanusport wurden Franz Boesler, Helmut Kossatz, Alfred Paulick und Siegfried Sturtz zu Ehrenmitgliedern gewählt. Neben den bereits genannten Fachwarten bemühen sich weitere langjährig gewählte Leitungsmitglieder, wie Wolfgang Dreher, Marina Gehm, Hans Schuft und Jens Hellmann gemeinsam mit Jürgen Peter (seit 1983 Sektions- und Abteilungsleiter) um die erfolgreiche Fortführung der Kanusporttraditionen in Cottbus.